Presse
Ergänzend zum Rückblick finden Sie hier die Berichte der Presse zu den dive-Gottesdiensten.
Übersicht
- Der 4. Pforzheimer Sportgottesdienst (06.07.2008)
- Der dive mit Landesbischof Dr. Fischer in der Pforzheimer Zeitung (11.03.2008)
- Der dive zum Jugendstrafvollzug in der Pforzheimer Zeitung (25.1.2008)
- Der dive zum Jugendstrafvollzug im Pforzheimer Kurier (22.1.2008)
- Der Aids-dive im Pforzheimer Kurier (17.10.2006)
- Der Aids-dive in der Pforzheimer Zeitung (13.10.2006)
- Der Konsum-dive im Pforzheimer Kurier (27.9.2005)
- Der Konsum-dive in der Pforzheimer Zeitung (27.9.2005)
- Der Sport-dive in der Pforzheimer Zeitung (7.3.2005)
Der 4. Pforzheimer Sportgottesdienst (06.07.2008)
(rk) Zu einem ihrer schon zur Tradition gewordenen DIVE-Gottesdienste lud am vergangenen Sonntag die evangelische Sonnenhofgemeinde in Pforzheim ein. Er stand dieses Mal unter dem aktuellen Motto „Olympia: von Menschenrechten, Doping und Vorbildern…“ und wurde vom DIVE-Team der Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Turngau Pforzheim-Enz und Schülern des Reuchlingymnasiums organisiert und durchgeführt. Schon im Foyer wurden die zahlreichen Besucher mit einer kreativen Dekoration auf das Thema eingestimmt, und im Gemeindesaal waren bereits ein Turnbock, diverse Kästen und Matten aufgebaut, welche in den Ablauf integriert worden sind. Auch das komplette Gottesdienstteam incl. Pfarrer Torsten Sternberg und Pfarrerin Ina Elstner präsentierten sich den Besuchern in sportlichem Outfit.
Zu Beginn behandelten die Mitwirkenden das Thema Menschenrechte und die Frage, ob es Sinn machen würde aufgrund der grotesken Lage die Spiele zu boykottieren. Dies würde aber dem olympischen Grundgedanken von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit widersprechen. Auch das immer wieder kritisch diskutierte Problem des Dopings wurde von den Schülern des Reuchlin-Gymnasiums in den Gottesdienst integriert. Es entfachte sich eine Diskussion, warum manche Sportler sich verbotener Mittel bedienen, und was die wahren Hintergründe dazu sind. Als Beispiel diente das Doping-Geständnis des ehemaligen Radrennfahrers Udo Bölts. Mit der Turnvorführung einer Gruppe junger Sportlerinnen vom TV Huchenfeld wurde der unkonventionelle Gottesdienst fortgesetzt, aus welcher sich der dritte Schwerpunkt „Sportler als Vorbilder“ entwickelte. Weil viele Menschen im normalen Leben von Politikern, Showstars und anderen Persönlichkeiten enttäuscht sind, suchen sie ihre Vorbilder im sportlichen Bereich. Aber viele Spitzensportler überfordert dieser Druck nach Höchstleistungen, denn sie sind auch nur normale Menschen wie jedermann, meinten die Jugendlichen. Für die meisten steht aber beim sportlichen Engagement, ob als Aktiver oder Trainer, der Spaß im Vordergrund, fernab von Neid, Betrügereien und Streit. Gerechtigkeit und Vertrauen, die vielen Sportlern so wichtig sind, sind auch christliche Werte, die Jesus vorgelebt hat, stellten die Mitwirkenden fest. So entspricht auch der wahre olympische Geist in vielem dem christlichen Menschenbild. Es ist ein Geist, der Gewalt gegen andere und gegen sich selbst in Form von Doping ausschließt. Dies soll aber nicht bedeuten, dass Leistung unwichtig ist, sie muss aber mit sauberen Mitteln erkämpft werden.
Aufgepeppt wurde der Gottesdienst durch moderne Lieder, welche die Gottesdienstbesucher zum regen Mitsingen ermunterten. Auch das extra angebotene Kinderprogramm war sportlich ausgerichtet, ein kleinkindgerechter Parcours mit Seilen, Bällen, Bänken und Hüten ließ keinen Wunsch der Kinder unerfüllt.
Der dive mit Landesbischof Dr. Fischer in der Pforzheimer Zeitung
Die Pforzheimer Zeitung schrieb am 11.03.2008 über den dive mit Landesbischof Dr. Fischer:
Trainingsort des Glaubens - Sonnenhofgemeinde veranstaltetet DIVE-Gottesdienst
PZ-Mitarbeiter Michael Block.
PFORZHEIM. „Wer sagt eigentlich, dass wir in der Kirche für den Glauben zuständig sind?", so die Fragestellung, mit der die Jugendlichen von der evangelischen Sonnenhofgemeinde zum Nachdenken anregten.„Glaube ohne Kirche!?", so das Thema des DIVE-Gottesdienstes, bei dem das Sonnenhofteam mittels „Kirchen-Shop" in die Zukunft blickte: „Wir wollen die Kirche für eine Taufe buchen, aber bitte ohne Toten an der Wand", so der Kirchenkunde, der Angebote wie „Bibelarbeit und Hauskreise 80 Prozent reduziert" oder „Kirche-light im Sonderangebot in Anspruch nehmen möchte. Die geweckten Begehrlichkeiten wie Rundumsorglos-Pakete oder Schnupperangebote für Hausbesuche, die für Kirchenmitglieder zusätzlich ermäßigt sind, werden mittels Theaterspiel dargestellt. „So vie Geld für ein bisschen Wasser auf den Kopf?", ist dem Kirchenkunden der ganze Aufwand doch etwas zu teuer.
Nicht nur Dienstleister
Begeistert von dem Theaterspiel war nicht nur DIVE-Projektleiter und Bezirksjugendpfarrer Torsten Sternberg, sondern auch Dr. Ulrich Fischer. Schließlich konnte sich der Landesbischof nicht nur von der kreativen Ideenfreudigkeit der Akteure überzeugen, sondern durfte auch aktiv mit in das visionäre Geschehen bei der Evangelischen Sonnenhofgemeinde Pforzheim eintauchen. „Es wäre fürchterlich, wenn die Kirche nur ein Dienstleister wäre", betonte Fischer in der Impulsrunde mit Blick auf die vielen Leistungen im sozialen diakonischen Bereich vom Kindergarten über den Posaunenchor bis hinzu den Beratungsstellen. Darüber hinaus ist die Kirche ein aktiver Mitgestalter der Gesellschaft, sie entlastet die Staatskasse, prägt die Kultur der Gesellschaft und trägt zum sozialen Klima bei. Auch im Ethikrat der Bundesregierung nehmen Kirchenvertreter Einfluss, damit der Staat besser funktionieren kann.
„Eine Taufe ohne Glauben darf es nicht geben", ist der Landesbischof überzeugt. Lange Zeit sei die Bedeutung der kirchlichen Kasualien wie Taufen, Segnung oder Beerdigungen vernachlässigt worden, heute bilden diese das Rückgrat der Kirche: „Es ist ehrlicher geworden, aber der Glaube findet zu oft noch nicht die richtige Sprache", regt Fischer zum Umdenken an. Die Kirche ist mit ihren Ritualen, Liedern, Gebeten und der gelebten Gemeinschaft ein kontinuierlicher und verlässlicher Trainingsort des Glaubens: „Es reicht nicht, am Triathlon teilnehmen zu wollen, man muss auch schwimmen, Rad fahren und laufen können"; so Fischer.
Der dive zum Jugendstrafvollzug in der Pforzheimer Zeitung
Die Pforzheimer Zeitung schrieb am 25.01.2008 über den Büßen-dive:
„Keine Spur von Kuschelpädagogik“ - Beim DIVE-Gottesdienst in der Sonnenhofgemeinde ging es um Alternativen zum Strafvollzug
„Büßen, schreinern und zusammenleben - Eine Chance für straffällige Jugendliche" war das Motto eines DIVE-Gottesdienstes in der Sonnenhofgemeinde Pforzheim. Als Gäste dabei: Tobias Merckle, der Leiter des Seehauses in Leonberg, und Alex *, ein ehemaliger Bewohner. Im Seehaus bekommen Jugendliche eine Alternative zum regulären Strafvollzug geboten. Mit Möglichkeiten für Schule und Ausbildung, individuell betreut, aber streng reglementiert. Das Besondere am Seehaus: das Eingebundensein in eine familiäre Wohngruppe. Dazu Tobias Merckle: „Die meisten Jugendlichen haben das im bisherigen Leben nie kennengelernt. Hier können sie Geborgenheit erfahren und lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Dinge miteinander zu bewältigen.“
Die zweite Besonderheit ist die Prägung der Arbeit durch das christliche Menschenbild: In den ersten drei Wochen ist für die Jugendlichen Bibellese Pflicht: „Die Jugendlichen sollen das Konzept des Seehauses kennenlernen und da gehören christliche Wertvorstellungen unverzichtbar dazu.“ Religiöser Zwang in einer mit staatlichen Mitteln geförderten Einrichtung? Tobias Merckle verneint das: „Wer ins Seehaus kommt, kommt freiwillig und weiß, worauf er sich einlässt.“ Das bestätigt Alex *: „Nach den Pflichtwochen habe ich erstmal etwas anderes gelesen. Erst später habe ich dann die Bibel für mich entdeckt und gemerkt, dass sie mir etwas zu sagen hat.“
In der aktuellen Debatte um Jugendgewalt und -kriminalität steht das Seehaus vermehrt im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der Medienrummel habe auch positive Seiten: Tobias Merckle erhofft sich davon, dass andere Bundesländer dem baden-württembergischen Beispiel folgen und ähnliche Projekte starten. Denn eine Verschärfung des Jugendstrafrechts greife zu kurz: Prävention Sprachförderung im Kindergarten, Unterstützung der Familien bei der schwierigen Erziehungsaufgabe sind vorrangige Aufgaben. Und dann schnelle Sanktionen bei den ersten, meist kleineren Straftaten: „Damit Jugendliche spüren, dass sie auf dem falschen Weg sind!“
Jugendpfarrer Torsten Sternberg, der das Interview führte, fragte zurück: Sind bei allem berechtigten Interesse an den Tätern auch die Opfer im Blick? Für Merckle ist die gelungene Resozialisierung der Täter zugleich der beste Opferschutz: „Weil sie verhindert, dass es weitere Opfer gibt.“
Für Alex * war das Seehaus die große Chance zu einem Neuanfang. Die Zeit war hart, von Kuschelpädagogik keine Spur. Aber es hat sich gelohnt. Nach seiner Entlassung blieb er deshalb in der Nähe von Leonberg: „Hier habe ich einen neuen Freundeskreis gefunden, der nichts mit meinem früheren kriminellen Milieu zu tun hat. Andere Ehemalige kann ich jederzeit anrufen. Wir unterstützen uns wechselseitig mit Rat und Tat, wenn einer beruflich oder persönlich Fragen hat.“
"DIVE - eintauchen ins volle Leben" ist eine Gottesdienstreihe der Sonnenhofgemeinde Pforzheim: Sie greift Lebensthemen auf und spricht besonders Menschen an, die wenig Kontakt (mehr) zur Kirche haben. Die Redner stellen sich den Rückfragen der Gottesdienstbesucher.
Das nächste Mal am 09. März. Dann ist Landesbischof Dr. Ulrich Fischer zu Gast und fragt: „Glaube ohne Kirche?“
Eine Zusammenfassung des Gottesdienstes wird demnächst bei bw-family-tv ausgestrahlt.
Infos unter: www.prisma-jugendhilfe.de und www.dive-gottesdienst.de.
Der dive zum Jugendstrafvollzug im Pforzheimer Kurier
Der Pforzheimer Kurier schrieb am 22.01.2008 über den Büßen-dive:
Statt Kuschelpädagogik ein klares Regelsystem - Sonnenhofgemeinde diskutiert mit dem Leiter des Modellprojekts „Seehaus“ über Jugendkriminalität
Von unserer Mitarbeiterin Ana Kugli
Die Politik macht die Jugendkriminalität momentan zu einem Wahlkampfthema und diskutiert erhitzt darüber, welche Maßnahmen straffällig gewordene Jugendliche am besten läutern. Unter dem Titel „Büßen, schreinern und zusammenleben. Eine Chance für straffällig gewordene Jugendliche" diskutierte die evangelische Sonnenhofgemeinde im Rahmen eines Dive-Gottesdienstes am vergangenen Sonntagabend über die Problematik.
Jugendpfarrer und Religionslehrer Torsten Sternberg hatte hierzu Tobias Merckle als besonderen Gast eingeladen. Merckle leitet das Seehaus in Leonberg, eine pädagogische Einrichtung, in der ausgewählte straffällig gewordene Jugendliche ihre Strafe statt im Jugendgefängnis verbüßen dürfen. Der 20-jährige Alex, der zwei Jahre im Seehaus Leonberg lebte, begleitete Merckle.
Mit „Kuschelpädagogik" habe der Ansatz des Seehauses nichts zu tun, betonte Alex. „Ich bin jeden Morgen kurz nach fünf Uhr aufgestanden, um halb sechs stand Frühsport auf dem Programm", erzählte der Jugendliche. Schon da galt, was für das Leben im Seehaus charakteristisch ist: Mitarbeiter der Einrichtung bewerten die Jugendlichen. Beim Frühsport sind die Kriterien: Zeigt der Jugendliche Teamgeist und Motivation? Erscheint er pünktlich?
Weitere Bereiche, in denen sich die jungen Straffälligen bewähren können und müssen, sind Schule, Ausbildung, Mitarbeit in den Wohngruppen. Wer sich an die klar definierten Regeln hält, kann sich über das Punktesystem Privilegien wie Tanzstunden und einen Führerscheinkurs erarbeiten.
„Viele der Jugendlichen im Seehaus lernen erst dort einen durchstrukturierten Tagesablauf kennen und sind erstmals mit einem klaren Regel- und Wertesystem konfrontiert", erläuterte Merckle. Vertrauen in das Potenzial der jungen Straffälligen und familienähnliche Strukturen sollen den Jugendlichen dabei helfen, ihr bisheriges Verhalten zu reflektieren und über neue Lebenswege nachzudenken. „Wer die Regeln bricht, wird aber streng sanktioniert", hob Merckle hervor.
Grundlage des in ganz Deutschland einmaligen Modellversuchs in Leonberg ist ein christliches Menschenbild. In den ersten drei Wochen im Seehaus ist Bibellektüre unter Anleitung für die Neuankömmlinge verpflichtend. „Das war sehr ungewohnt am Anfang", erzählte Alex. „Für mich war die Bibel immer nur ein Buch, in dem viel drinsteht, aber den Sinn habe ich nicht verstanden." Immer wieder habe er später aber von selbst in der Bibel gelesen.
„Die Jugendlichen haben Schuld auf sich geladen und müssen das begreifen", sagte Merckle. Die Konfrontation mit der Opferperspektive sei ein wichtiger Baustein, um den jungen Straffälligen Wege aus der Kriminalität aufzuzeigen. „Bei den allermeisten Jugendlichen haben wir Erfolg", so Merckle. Er hofft, dass das Modellprojekt bald auch in anderen Bundesländern umgesetzt wird.
„Überhaupt müssten wir viel früher ansetzen“, sagte er den Zuhörern. Sprachförderung in Kindergärten sei sinnvoll, um alle Jugendlichen fit für die Schule zu machen und so einer Perspektivlosigkeit vorzubeugen. „Und schon bei der ersten kleinen Straftat müsste es angemessene Sanktionen geben, aber auch die Möglichkeit zur Wiedergutmachung", so Merckle. Die Dive-Gottesdienste der Sonnenhofgemeinde greifen aktuelle Themen auf und wenden sich gezielt an Menschen, die zur Kirche nur wenig Kontakt haben. Der abwechslungsreiche Ablauf besteht neben Interviews auch aus live vorgetragener Popmusik, Videoeinspielungen oder Theaterszenen. Informationen finden sich unter www.dive-gottesdienst.de.
Der Aids-dive im Pforzheimer Kurier
Der Pforzheimer Kurier schrieb am 17.10.2006 über den Aids-dive:
„Aids ist eine Krankheit, keine Sünde“
Im „Dive“-Gottesdienst der Sonnenhofgemeinde ging es um größte Pandemie der Weltgeschichte
„Es war ein wunderschöner Abend, ich traute mich nicht zu fragen, ob wir ein Kondom nehmen“ oder „Wir hatten so Bock augeinander ganz spontan, hatte keine Gummi, wollt's nicht versauen“ stand auf den roten Plakaten beim „Dive“-Gottesdienst zum Thema Aids in der Evangelischen Sonnenhofgemeinde. Ziel der „Dive“-Gottesdienste ist es, sich den aktuellen Themen der Zeit nicht zu verschließen und darüber miteinander und mit Gott zu reden. Der mittlerweile zwölfte Gottesdienst dieser Art stand unter dem Motto „Aids – immer noch (k)ein Thema?“ und wurde von der Sonnenhofgemeinde zusammen mit der Aids-Hilfe Pforzheim veranstaltet. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Band „Sunday Smile“.
In einer kurzen Spielszene, in der eine Familie beim Abendessen sitzt und der Sohn erzählt, dass ein Freund von ihm an Aids erkrankt ist, wurden die gängigen Vorurteile über diese Krankheit und die Menschen, die davon betroffen sind, vorgeführt. Dass nur Schwule Aids bekämen oder Drogensüchtige, dass man sich in der Toilette anstecken könne oder wenn man einem Kranken die Hand gäbe, dass die Kranken weggesperrt gehörten und so weiter und so weiter.
Zum Glück kann man sagen, dass zumindest hierzulande dank umfangreicher Aufklärungskampangnen und dank der Arbeit von Oranisationen wie der Aids-Hilfe mehr Wissen über die Krankheit vorhanden ist. Was allerdings die globalen Auswirkungen dieser heimtückischen Krankheit angeht, so ist weitere Aufklärungsarbeit dringend geboten und das versuchte auch der „Dive“-Gottesdienst in der Sonnenhofgemeinde.
„Aids ist die größte Pandemie der Weltgeschichte“, sagte Pfarrer Hans-Peter Held, der auch im Vorstand der Aids-Hilfe Pforzheim und im Rahmen der Aids-Hilfe Pforzheim und im Rahmen des Aktionsbündnisses gegen Aids aktiv ist. Zusammen mit Inge Wildprett von der Matthäusgemeinde, die selbst viele Jahre in Südafrika gelebt hat, sprach er mit Christina Strohm auf dem Podium des Gemeindezentrums. Schnell wurde klar, dass man Aids als Krankheit sehen und von Schuldzuweisungen befreien müsse. „Aids ist eine Krankheit, keine Sünde“, sagte Held. Ihm als Kirchenvertreter gehe es besonders darum, die Themen Aids und Sexualität in der Kirche selbst mehr ins Bewusstsein zu rücken. Die Kirche habe Homosexuelle schon immer ausgegrenzt. „Wir brauchen eine neue Gesprächskultur in den Gemeinden gerade zum Thema Sexualität“, sagte Held. Leider sei man davon in der Kirche noch weit entfernt.
Inge Wildprett berichtete im Rahmen des „Dive-Gottesdienstes“ über ihre Erfahrungen in Südafrika, und dass dort des Staat und auch die Kirchen das Thema Aids lange geleugnet hätten. Ein Fazit des „Dive“-Gottesdienstes war, dass Aids uns alle angeht und dass hinter den Zahlen Menschen stehen. Menschen, die im Falle der armen Länder noch nicht einmal den Zugang zu den Medikamenten haben, die in unseren reichen Ländern inzwischen dafür sorgen, dass Aids kein Todesurteil mehr ist.
Der nächste „Dive“-Gottesdienst zum Thema „Weihnachten – mal anders“ wird von Schülern des Reuchlin-Gymnasiums mitgestaltet und findet am 17. Dezember um 17 Uhr im Gemeindezentrum der Sonnenhofgemeinde statt.
Der Aids-dive in der Pforzheimer Zeitung
Die Pforzheimer Zeitung schrieb am 13.10.2006 über den Aids-dive:
Kein Tabu für Christen
PFORZHEIM. Alle zehn Sekunden stirbt ein Mensch an Aids, alle sechs Sekunden infiziert sich ein Mensch mit dem Aids-Virus. Das wären also in der Zeit des nächsten DIVE-Gottesdienstes, der am Sonntag, 15. Oktober, um 17 Uhr in der evangelischen Sonnenhofgemeinde in Pforzheim beginnt, rund 900 Neuinfizierte. Und das, obwohl es weltweit Aufklärungskampagnen, 40 Millionen HIV-Infizierte und 13 Millionen Aids-Waisenkinder gibt. Mit der Aids-Hilfe Pforzheim hat die Sonnenhofgemeinde im Vorfeld des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember diesen besonderen Gottesdienst gestaltet.
Interview mit Aids-Pfarrer
Dabei wird unter anderem ein kleines Theaterstück aufgeführt und der Frage nachgegangen, wie sich Kirche und Glauben mit der Immunschwächekrankheit vertragen, wo es Tabus und Berührungspunkte gibt. In Interviews kommen Pfarrer Hans-Peter Held, der Aids-Beauftragte der Evangelischen Kirche in Pforzheim, und die Pforzheimer Landessynodale Inge Wildprett, die Aids-Projekte in Südafrika betreut, zu Wort. Lange war Aids ein Tabu-Thema in der Kirche, allenfalls wurde vor dieser „Lustseuche“ gewarnt. Manchen galt sie als Strafe Gottes und als Mahnung zu einem Leben in sexueller Enthaltsamkeit. Inzwischen ist Aids zu einer alle Bevölkerungsschichten betreffenden Krankheit geworden, die gerade auch aus christlicher Sicht thematisiert werden muss. Und vor der großen Zahl der zum Teil unschuldig vom Aids-Virus befallenen Opfer vom kleinen Kind bis hin zum Rentner können Christen nicht die Augen verschließen. Hier sind Aufklärung, Engagement und vor allem angstlose Begegnung gefragt.
Im Rückblick finden sich einige Eindrücke vom Gottesdienst.
Der Konsum-dive im Pforzheimer Kurier
Der Pforzheimer Kurier schrieb am 27.09.2005 über den Konsum-dive:
Geiz ist geil - „eine Verkehrung von Werten“
gra. Pappkartons, beklebt mit den Logos bekannter Edelmarken, stehen auf der Bühne. Vergrößerte Werbeprospekte hängen an den Wänden. Ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Geiz ist geil“ hängt an der Orgel. Herbert Grönemeyer tönt aus den Boxen: „Oh, ich kauf mir was. Kaufen macht soviel Spaß. Ich könnte ständig kaufen gehen! Kaufen ist wunderschön!“ Was Grönemeyer schon 1983 mit seinem Lied „Kaufen“ in ironischer Weise anprangerte, hat sich die evangelische Gemeinde Sonnenhof-Sonnenberg in ihrem „dive - der etwas andere Gottesdienst“ zum Thema gemacht. „Konsum - die Freiheit nehm' ich mir! Ich konsumiere, also bin ich?“ Dieser Frage gingen die Gemeindemitglieder gemeinsam mit Bürgermeister Gert Hager auf den Grund, der den Gottesdienst dieses Mal mitgestaltete.
„Natürlich habe ich mir bei der Vorbereitung Gedanken darüber gemacht, was Konsum eigentlich bedeutet“, so Hager. „Vermutlich versteht jeder etwas anderes darunter. Entscheidend ist aber, dass übertriebener Konsum nicht sinnvoll ist.“ Gemeint ist zum einen das übertriebene Konsumieren von teuren Markenartikeln. „Wenn etwas teuer ist, heißt es noch lange nicht, dass es besser sein muss als etwas anderes.“ Zum anderen die irrwitzige Haltung, dass man spart, wenn man Dinge im Übermaß kauft, nur, weil sie angeblich im Sonderangebot sind.
Anschaulich führten die Gemeindemitglieder das den Gottesdienstbesuchern vor Augen. Mit kleinen Theaterstücken, Hörspielbeiträgen und Videos. „Ich habe mir Kaviarlöffel gekauft. Die waren im Sonderangebot. Total super!“ Was aber fängt man mit Kaviarlöffeln an, wenn man niemals Kaviar isst?
Im Dialog mit Gemeindemitglied Kristina Schwender warf Hager die Frage auf, ob Geiz tatsächlich „geil“ ist. „Der Slogan zieht, und das, obwohl wir eigentlich ganz deutlich spüren, dass wir es hier mit einer Verkehrung von Werten zu tun haben.“ Geiz bedeute nichts Gutes, und Geizkragen sei nach wie vor ein Schimpfwort mit langer Tradition. Trotzdem sei „Geiz ist geil“ inzwischen salonfähig geworden. Schwender gab zu bedenken, dass gerade oft die Ware, die bei Discountern billig angeboten wird, meist lange Wege hinter sich hätten, die der Umwelt schaden.
„Es gibt viele Beispiele, gerade im Lebensmittelbereich“, bestätigte Hager. Ein gutes Beispiel seien Chips. „Es gibt eine Marke, die damit prahlt, dass die Kartoffeln ausschließlich aus der Pfalz stammen. Verschwiegen wird dabei, dass diese pfälzischen Kartoffeln nach der Ernte erst einmal mit Lastern quer durch Frankreich und Spanien gefahren werden, um sie in Portugal waschen zu lassen.“ Dennoch, blinder Konsumverzicht sei auch keine Lösung. „Wir müssen beim Konsumieren etwas mehr darauf achten, was wir brauchen und was wir unterstützen wollen oder nicht.“
Trotz all dieser löblichen Überlegungen warf das für einige Gemeindemitglieder eine Frage auf: Wenn jemand viele Kinder hat, aber von Hartz IV leben muss - wie soll da eine Familie ohne günstige Produkte von Discountern auskommen? Darauf hatte auch Hager keine schlüssige Antwort parat. „Ich sehe das Problem. Daran müssen wir arbeiten.“
Der Konsum-dive in der Pforzheimer Zeitung
Die Pforzheimer Zeitung schrieb am 27.09.2005 über den Konsum-dive:
Bürgermeisters Konsum-Predigt
Mit einem weiteren „überraschend anderen Gottesdienst“ hat das Team von der Sonnenhofgemeinde seine Gottesdienstbesucher überrascht.
Schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen, bei denen Themen wie „Was würde Jesus zu James Bond sagen?“ oder „Das harte Arbeits-Los?“ hinterfragt und diskutiert wurden, hatte das evangelische Sonnenhofteam vor allem mit einer überaus kreativen Darstellungsweise überzeugt. So war auch beim Gottesdienst am vergangenen Sonntag allein schon die dekorative Umrahmung sehenswert.
Von Wohlstand und Verzicht
Dabei bewies das Projektteam, dass es selbst künstlerisch wertvolle Aktionen gestalten kann, die anderswo als Kunst-Installationen 'verkauft' werden. Und weil sich diesmal dem Thema „Konsum - die Freiheit nehm' ich mir: von Wohlstand, Wachstum und freiwilligem Verzicht“ gewidmet wurde, glich der mit zahlreichen Exponaten und Illustrationen angereicherte Gottesdienstraum mehr einem Warenhaus. „Unser Gottesdienst ist vor allem für Menschen konzipiert, die sonst nicht in die Kirche gehen“, begründet Torsten Sternberg, der die Fäden für das „Dive“-Projekt in der Hand hält. Alle sechs Wochen gibt der Pfarrer höchstens die Marschroute zum „Eintauchen“ (so die deutsche Übersetzung für dive) vor, die Umsetzung obliegt den Kindern und Jugendlichen.
Und die hatten sich diesmal einen besonderen Gast eingeladen: Dabei konnte Sozialbürgermeister Gert Hager sich nicht etwa nur von der Ideenfreudigkeit der Akteure überzeugen, sondern durfte sogar aktiv mit in das Geschehen eintauchen. In einer kleinen Theatervorstellung gab sich eine Frau vollends dem Kaufrausch hin, um am Ende völlig einsam und isoliert in ihrer Kaufrauschwelt zu verschwinden. „Hätte sie doch lieber gemeinsam mit ihrem Mann oder Freunden die Natur erkundet“, ist sich die 22-jährige Philosophie- und Theologiestudentin Kristina Schwender bei der Wahl eines anderen Lebensweges sicher. Um anschließend in einem Dialog gemeinsam mit dem Bürgermeister Antworten auf Fragen wie „Ist nur Wertvoll, was Geld wert ist?“ oder „Wie hängen Wohlstand, Wachstum und freiwilliger Verzicht zusammen?“ zu finden. „Die Zwischenmenschlichkeit bleibt allemal auf der Strecke“, sieht Gert Hager die größte Gefahr eines maßlosen Konsumierens.
„Weniger ist mehr“
Absoluter Konsumverzicht sei allerdings auch keine Lösung, viel mehr sollte der Verbraucher bei der Wahl eines wirklich benötigten Produktes beispielsweise auf dessen Herkunft achten. „Hierzulande sollte eigentlich für jeden so weit gesorgt sein, dass der zum Leben benötigte Grundbedarf gedeckt ist“, betonte der Bürgermeister mit Blick auch auf die politischen Verantwortlichkeiten. „Weniger ist oftmals mehr“, ergänzte Kristina Schwender als Vertreterin des fairen Handels.
Der Sport-dive in der Pforzheimer Zeitung
Die Pforzheimer Zeitung schrieb am 7.03.2005 über den Sport-dive:
nach obenDer Sport und Gottes Wort
PFORZHEIM. Auf große Resonanz ist gestern Abend der erste Pforzheimer Sportgottesdienst gestoßen. Es handelte sich um eine Kooperation von Turngau, Sportkreis und evangelischer Sonnenhofgemeinde.
Von PZ-Redakteur Olaf Lorch
Ein Gottesdienst muss nicht staubtrocken und langweilig - sondern kann erfrischend, unkonventionell, gespickt mit Musik und Sport, angereichert durch Interviews und Parodien und die Gottesdienstbesucher in die Gestaltung integrierend sein. Dass dies funktioniert, stellte gestern Abend Sportpfarrer Torsten Sternberg im Zentrum der evangelischen Sonnenhofgemeinde mit seinen vielen Mitstreitern unter Beweis. Anlass für diesen ersten Pforzheimer Sportgottesdienst war der Auftakt zum Jubiläumsjahr des Turngaus Pforzheim-Enz: Er wird 125 Jahre alt.Mitglieder des Turngaus und des Sportkreises wie Gudrun Augenstein, Sonja Eitel oder Winfried Butz informierten im lockeren Gespräch die Gottesdienstbesucher, wie sie zum Sport gekommen seien; erfolgreiche Sportler wie Stephan Hohl (Leichtathletik), Florian Reich (Faustballer) oder Dayo Oshinubi (Turnen) zogen Vergleiche zwischen Glauben und Sport - und beschworen die Kraft die ihnen der Glaube gegeben habe. Für Hohl, den im Frühjahr 2002 eine seltene Nervenerkrankung aus der Bahn geworfen hatte, bezeichnet seine Rekonvaleszenz rückblickend als ein „Wunder“. Torsten Sternberg, der diesen Gottesdienst der anderen Art - er stand unter dem Motto „dive“, eintauchen ins volle Leben - moderierte: „Mein Körper ist ein Geschenk Gottes, das ich nicht verkommen lassen darf.“ Laufen, Gymnastik und Sport könnten eine Art und Weise sein, Gott als Schöpfer zu ehren. Kirche wäre dann nicht nur für die Seelsorge, sondern auch für die Leibsorge zuständig.
Für Christina Strohm, 39, Marketingleiterin, ist Sport Trost. Die korpulente Frau, die im Sommer täglich zwischen drei und zehn Stunden im Wasser ist und zwischen fünf und 16 Kilometer schwimmt, sagt: ,Beim Sprung ins Wasser tauche ich in eine andere Welt ein. Schwimmen bedeutet für mich, meinen schweren Körper an Land zurückzulassen, meine Sorgen abzustreifen und mich der Ruhe und Schwerelosigkeit des Wassers anzuvertrauen.“
Dass in einer Kirche auch geklatscht werden darf - davon profitierten nach ihren Darbietungen die Nachwuchsturner des Turngaus, die Tanzgruppe der Fritz-Erler-Schule, die Rhönradturner des Turnerbunds Wilferdingen und Dutzende andere Mitglieder des Sportkreises. Der „dive“-Gottesdienst findet nun regelmäßig alle sechs bis acht Wochen in der evangelischen Sonnenhofgemeinde statt.